RSB-Schüler zum 20. Mal beim Austausch in Kusatsu

Freitag 22. September 2017

10 Tage im September in Japan

Im Jubiläumsjahr, dem 55. Jahr der Städtepartnerschaft zwischen Bietigheim-Bissingen und Kusatsu in Japan fand zum 20. Mal der Austausch von Schülern der Realschule Bissingen mit den Schülern der Kusatsu Middle School statt. Wie jedes Jahr, eine aufregende Sache. 

Teilnehmen durften 11 Schülerinnen und ein Schüler aus den neunten Klassen, begleitet wurden sie von ihrer Lehrerin Silvia Falkenmayer.   

Der erste Teil des Programms, der Besuch der japanischen Schüler in Bissingen hatte bereits vor den Sommerferien stattgefunden. Aber obwohl man sich schon kennengelernt hatte, waren alle aufgeregt und neugierig auf das, was sie in Kusatsu erwarten würde.

Die Teilnehmer verfassten folgenden Bericht:

1. und 2. Tag  Die Anreise dauerte insgesamt 25 Stunden: Mit dem Zug von Bietigheim nach Frankfurt -  von Frankfurt nach Peking - drei Stunden Aufenthalt in Peking - dann weiter von Peking nach Tokio und mit dem Bus nach Kusatsu. 

3. Tag   In der Kusatsu Middle School wurden wir am Freitagmorgen von allen Schülern, den Lehrern und dem Schulleiter begrüßt. Anschließen gab es einen Empfang beim Bürgermeister und danach wurden wir abgeholt und mit einem Bus zum Mount Shirane gebracht.

Jasmin und Milena 

Als wir oben waren haben wir diesen kleinen türkisfarbenen See entdeckt. Er ist sehr heiß und schwefelhaltig, man kann deshalb nicht darin baden. Wir haben in der Bergstation noch etwas Warmes gegessen und sind dann wieder zurück in die Stadt gefahren. 

In Kusatsu hatten wir eine Stadtführung und haben sehr viele Onsen gesehen. Das sind Bäder mit sehr heißem Wasser, das aus verschiedenen Quellen kommt und erstmal runtergekühlt werden muss, bevor man überhaupt rein kann. Sie sehen schön aus aber riechen leider nicht gut. Sie riechen nach Schwefel.  

Wir durften auch in einen Tempel. Er war sehr schön und viel war vergoldet. Nach einem alten Brauch hat der goldene Buddha eine Schnur, die von seiner Hand bis zur Absperrung läuft. Wir durften sie anfassen und uns etwas wünschen.

Wir konnten uns auch einen Shintu-Tempel ansehen. Zum Tempel führt ein langer gepflasterter Weg. Man darf aber nur rechts oder links gehen, da Gott in der Mitte geht. Davor muss man die Hände nach einem bestimmten Ritual reinigen.

Man nimmt etwas Wasser und wäscht zuerst die linke Hand, dann die rechte Hand. Zum Schluss hält man den Schöpfer aufrecht, damit das restliche Wasser über den Stab läuft und somit auch noch gewaschen wird. 

Nach den Tempeln, besuchten wir eine Yumomi-Show. Hier haben Frauen, bekleidet mit einem Yukata, nach altem Onsen-Brauch das Wasser mit Holzbrettern zum Abkühlen geschlagen und dabei gesungen. Wir durften es sogar selber ausprobieren.

4. und 5. Tag              Wochenende in den Familien

6. Tag                          

Ena 

Vormittags gab es für uns und unsere japanischen Partner ein Soba-Workshop. Wir haben unter Anleitung eines Soba-Meisters Soba-Nudeln hergestellt und dann auch gekocht und gegessen.

Anette 

Am Nachmittag trafen wir uns im Skigebiet gleich am Stadtrand von Kusatsu.

In der „Playzone“ konnten wir uns beschäftigen und mit kleinen gemieteten „Autos“ den Berg runterfahren,  was man im Hintergrund auch sehen kann. Es hat sehr viel Spaß gemacht und die Fahrzeuge waren auch recht schnell.

Die Gasteltern hatten einen großen Grill aufgebaut wo sehr viele verschiedene, zum Teil auch völlig unbekannte Sachen, für uns gegrillt wurden.

7. Tag              Emily und Lea 

Am Dienstag waren wir vormittags zuerst in der Middle School und nahmen am Unterricht teil. Aber wir waren auch noch Gäste in der Kusatsu Grundschule. Dort haben wir mit den Schülern zusammen Fächer individuell gestaltet. Später durften wir auch mit ihnen zu Mittag essen. Die Kleinen haben sich alle sehr bemüht, sich mit mir zu unterhalten und waren alle sehr hilfsbereit. Aus Datenschutzgründen durften wir dort keine Bilder machen.

Nach dem Besuch der Grundschule gingen wir alle in das Haus der "Teemeisterin". Dort wurde uns erklärt, wie man den Tee erst präsentiert und dann trinkt. Später durften wir noch traditionelle Kimonos anziehen und unseren eigenen Matcha Tee rühren.

Am 19.09. sind meine Gastfamilie und ich abends in ein Restaurant gegangen. Weil es schon so spät war und dunkel, war die Innenstadt hell erleuchtet. Viele Leute haben sich dort getroffen und, wie ich, Bilder von Kusatsu gemacht.

8. Tag

Flavia und Kim 

In Japan wird im Klassenzimmer zu Mittag gegessen; allgemein werden die Pausen im Klassenzimmer verbracht. An diesem Tag gab es Fleisch mit Brokkoli, Kartoffelbrei, Pudding mit Milch und einem süßem Brötchen. Nach dem Essen wird das Klassenzimmer von den Schülern gekehrt - dabei haben wir auch geholfen. 

Am selben Tag hatten wir auch einen Kalligrafie Workshop. Man hat einen Pinsel in die Tinte getaucht und damit auf Reispapier japanische Schriftzeichen gezeichnet. An der Tafel wurde Schritt für Schritt vorgemacht, wie das Zeichen gezeichnet werden muss. Früher wurde die Tinte aus Kohle gemacht, heute benutzt man einfach fertige schwarze Tinte.  

Auf der Bühne haben wir das Lied „Viel Glück und viel Segen“ gesungen und jeder hat sich bei seiner Gastfamilie mit ein paar Sätzen bedankt. Das war teilweise sehr emotional. Am Ende wurde es dann nochmal etwas lustiger als ein traditionelles Kusatsu-Lied gesungen wurde und alle dazu getanzt haben. 

9. Tag  

Zum Abschluss unserer Japanreise waren wir in Tokio.                                       

Paul 

Wir gingen durch eine Einkaufsstraße in Tokio mit vielen kleinen und vollgestopften Läden.   Wir fuhren auch mit der U-Bahn, die aber nicht so extrem voll war, wie man das schon auf Bildern gesehen hat.   Ein Polizeiauto in Tokyo sieht mit dem viel zu großen Blaulicht sehr komisch aus.

Annika 

Der Tokyo Skytree ist mit einer Höhe von 634m der höchste Turm in Japan! Wir hatten das Glück, den Ausblick vom Skytree bei Abenddämmerung erleben zu dürfen, was das ganze meiner Meinung nach noch schöner und ganz besonders gemacht hat. 

Der Senso-ji Tempel im Stadtteil Asakusa hat mir auch sehr gut gefallen. Er soll einer der bedeutendsten und ältesten Tempel in Tokio sein. Asakusa ist ein eher traditionell gehaltener Stadtteil von Tokio. Am Ende eines langen Wegs mit vielen Ständen steht der Tempel. Dort werden Souvenirs und traditionelles japanisches Essen verkauft. 

Vor dem Senso-ji Tempel gibt es neben weiteren Essens- und Souvenirständen auch einige Buden, an denen man sich für 100 Yen (ca. 80 Cent) ein Horoskop ziehen kann.

Zuerst schüttelt man eine der blechernen, langen Büchsen, die viele Glückstäbchen enthalten, solange bis eines aus der kleinen Öffnung am Boden herauskommt.

Jetzt muss die Holzschublade mit dem Kanji-Schriftzeichen des Stäbchens gefunden werden, denn dort befindet sich das für einen bestimmte Horoskop.

Ich habe auch mein Glück versucht und habe die Goldene Mitte gezogen: Mittleres/kleines Glück!