Ein Nachmittag im Dreigroschentheater

Dienstag 17. Juli 2018

Der Stuttgarter Süden beherbergt ein klitzekleines Theater, ganz unscheinbar in der Kolbstraße am Marienplatz. Dahin entführten Olaf Nägele und Jürgen von Bülow die Teilnehmer des Kulturprojekts der RSB.

Als wir den Eingangsbereich sahen, war uns klar, dass es ein ganz besonderer Ort ist, eine Kleinkunstbühne mit ca. 50 Sitzplätzen für die Zuschauer, an den Wänden viele Theaterplakate von Brechtstücken. (Wer von euch Bertolt Brecht nicht kennt, der braucht nur die diesjährigen Zehntklässler fragen…) Kleine Tische zwischen den Stuhlreihen, die Garderoben für die Schauspieler waren ungefähr so groß wie der Nebenraum unserer Schulküche und die Bühne bot gerade mal Platz für höchstens 8 Schauspieler. Wir waren erstaunt, dass es so ein kleines Theater überhaupt gibt.

Jürgen von Bülow empfing uns und erklärte erst einmal, wie diese Bühne bespielt werden kann, welche Räume man sich nehmen darf und dass es immer sehr spannend ist, wenn die Schauspieler zwar zu hören, aber nicht zu sehen sind.

Er zeigte uns einen Ausschnitt aus einer seiner Theaterproduktionen: Der Puck aus Shakespeares Sommernachtstraum, anhand dessen wir uns anschauen konnten, wie man, nur durch Bewegung und Geräusche, also ohne Text, den Zuschauern eine Geschichte erzählen kann.

Danach waren wir dran. Wir hatten die Aufgabe in Kleingruppen ganz kurze Szenen, die wir vorher genauestens besprochen haben, zu spielen, ohne Kostüme oder Dekoration. Nach anfänglicher Zurückhaltung machte es uns immer mehr Spaß, eigene Ideen mit in die Szenen einzubringen. So wurden aus ganz harmlosen Szenen plötzlich mörderische oder aus einer einfachen Örtlichkeit, wie das Wartezimmer eines Arztes, ganz absurde Situationen.

Jürgen v. Bülow erklärte uns noch vieles andere, was beim Regieführen oder Schreiben von Theaterstücken von großer Wichtigkeit ist.  Alles in allem war es ein schöner Nachmittag, an dem wir sehr viel Spaß hatten.

Die letzte Etappe in unserem Kulturprojekt „Kultur macht stark“ wird nach den Sommerferien beginnen, wir schreiben unsere eigenen Geschichten, die dann in einem Buch veröffentlicht werden. Dazu werden wir im Herbst an der Schule einen schönen Leseabend veranstalten, zu dem wir jetzt schon alle Interessierten einladen.

 

(K. Stötter)